Zeit 22.03.2026
01:20 Uhr

Oliver Blume: Volkswagen-Chef sieht chinesische Planwirtschaft als Vorbild


VW-Chef Oliver Blume lobt Chinas Disziplin und Leistungsbereitschaft. Die Fünfjahrespläne der Regierung seien "optimal durchstrukturiert" und zeigten klare Prioritäten.

Oliver Blume: Volkswagen-Chef sieht chinesische Planwirtschaft als Vorbild
Der Chef von Volkswagen , Oliver Blume, ​sieht in der staatlich gelenkten Wirtschaft in China ein Vorbild für Deutschland. "Die Chinesen gehen sehr planerisch vor mit sogenannten Fünfjahresplänen und ​haben dort auch klare Prioritäten", ⁠sagte er der Zeitung Bild am ​Sonntag . "Das ist optimal durchstrukturiert. Und was ‌wir ⁠in China sehr positiv ​erleben, ist eine hohe Disziplin und Leistungsbereitschaft, die Themen umzusetzen." Blume warb dafür, sich stärker mit dem chinesischen Wirtschaftsmodell auseinanderzusetzen. Es lohne ​sich der Blick über den eigenen Gartenzaun. "Zu schauen, wie es andere Länder machen, und in China können wir dort auch einiges lernen, wie das Land sich entwickelt hat", sagte Blume. Das chinesische Wirtschaftsmodell des Staatskapitalismus unter der Führung der Kommunistischen Partei unterscheidet sich grundlegend von der marktwirtschaftlichen Ordnung westlicher Industriestaaten. Wirtschaftliche Erfolge Chinas basieren unter anderem auf einer engen Verzahnung von Privatwirtschaft und Staatsführung. Eine zentrale Steuerung ermöglicht eine schnelle Mobilisierung von Kapital und Ressourcen für strategische Großprojekte, geht jedoch mit umfangreichen staatlichen Subventionen, einer eingeschränkten Unabhängigkeit der Justiz und der Abwesenheit freier Gewerkschaften einher. Blume fordert mehr Tempo von der Bundesregierung Die Europäische ⁠Union sieht auch ​den Erfolg der chinesischen Automobilindustrie in Europa ‌als Resultat staatlicher Subventionen und ‌wirft China Wettbewerbsverzerrung vor. Der Staatenbund hat ​deswegen im Oktober 2024 Einfuhrzölle auf Elektroautos aus China in Kraft gesetzt. Anfang ​2026 hat die EU-Kommission nachgelegt und Mindestpreise für chinesische E-Autos vorgeschlagen . Blume bestätigte das Ziel, bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland sozialverträglich abzubauen. Zu Berichten über mögliche Werksschließungen sagte er: "Wir werden auch in Zukunft weiterhin Kapazitäten auf den Prüfstand stellen." Überkapazitäten kosteten Geld, weshalb man die Werke an "klare Fabrikkostenziele" gekoppelt habe. Dies gelte nicht nur für Deutschland und Europa, sondern auch für China. Mit Blick auf die Maßnahmen der schwarz-roten Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz ‌zur Unterstützung der Autoindustrie sagte der Volkswagen-Chef: "Ich habe den Eindruck, dass die neue Bundesregierung die richtigen Themen angreift." Jetzt werde es ​entscheidend sein, "zügig zu entscheiden und hinter die ⁠jeweiligen ​Themen einen konkreten Plan zur Umsetzung ‌zu machen". Es müsse gemessen werden, wie man dabei vorankomme. "Jetzt ‌hoffe ich stark darauf, dass wir dort Tempo aufnehmen."