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09.03.2026
19:55 Uhr
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Würgen, Haare ziehen, hartes Stoßen: Junge Menschen denken Sex oft wie ein Social-Media-Skript. Und vergessen sich selbst. Wie kommt man raus aus der Performance-Falle?

Was muss ich liefern, damit es gut war? Von Rough Sex bis Ass-to-mouth : Heute sei vieles normal beim Sex, was manch ältere Menschen für pervers halten, sagt Sonja Bröning. Und gleichzeitig gilt: "Sex ist oft nicht lustbetont, sondern skriptbetont", sagt Johanna Degen. Die beiden Therapeutinnen und Wissenschaftlerinnen sprechen darüber, wie Pornos, Memes und Dating-Apps verschieben, wie Sex zu sein hat – und warum Konsens in der Realität oft scheitert. Ein klares Nein sei oft der Beginn der Verhandlung, ob das Gegenüber nicht doch überzeugt werden kann, bestimmte Praktiken mitzumachen, erzählt Johanna den beiden Podcast-Hosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm. "Mich hat berührt, wie stark auseinanderfallen kann, was Leute innerlich wahrnehmen und was sie letztlich tun", berichtet Sonja aus ihren Forschungsergebnissen. "Natürlich wissen schon Jugendliche, dass Pornos keine Dokus sind und Influencer keine echten Freunde", sagt Johanna. Das ändere aber nichts daran, dass Menschen emotional abhängig werden oder das Gehirn denke, so gehe Sex. Darin liegt am Ende aber auch eine Chance: Viele müssten sich trauen, stärker danach zu handeln, was sie bereits wissen, was ihnen gutttue. Die komplette Folge ist oben auf dieser Seite zu hören. Mehr zu unseren Gästinnen und Links zu Studien Sonja Bröning ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Medical School Hamburg und forscht zu Beziehungen und Sexualität. Zugleich arbeitet sie als systemische Paar- und Sexualtherapeutin in eigener Praxis. Mehr zu ihrer Arbeit erfahrt ihr auf ihrer Website und auf Instagram . Johanna Degen ist Sozialpsychologin, Sexual- und Paartherapeutin und Wissenschaftlerin unter anderem an der Europa-Universität Flensburg. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Online-Dating, Parasozialität und Sexualität. Mehr zu ihr erfahrt ihr auch auf Instagram . In dieser Folge sprechen wir neben teils unveröffentlichten Forschungsergebnissen von Johanna Degen und Sonja Bröning auch über Ergebnisse der aktuellen Jugendsexualitätsstudie . Einige ausgewählte wissenschaftliche Quellen zu Rough Sex und seiner Verbreitung: Perspectives on Sexual and Reproductive Health : Döring et al . , 2024 , Arch Sex Behav : Herbenick et al., 2021 und Journal of Sex Research : Gavey & Brewster, 2025 . Zur Frage, welche Rolle Konsens beim Aushandeln von gewissen Praktiken spielt und wie diese erlebt werden: Sexuality Research and Social Policy : Herbenick et al., 2024 . Und zur Frage der Bedeutung von Rough Sex über Geschlechter- und Identitätsgrenzen hinweg: Journal of Sex and Marital Therapy : Valdivia et al., 2022 . Weitere Podcastfolgen mit Johanna Degen und Sonja Bröning Mehr zum Sexpodcast Kennst du unser Buch? Ist das normal? Sprechen wir über Sex, wie du ihn willst Folge den Sexpodcasthosts, der Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner und dem ZEIT-Ressortleiter Wissen Online, Sven Stockrahm, auf Instagram unter @dr.melanie.buettner und @svensonst . Falls du eine Frage oder Anregung hast, schreib uns eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de . Oder stelle deine Frage als Sprachnachricht und schicke die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse.