Zeit 02.06.2026
15:25 Uhr

Pflegekosten: Müssen Sie Ihr Zuhause verkaufen, um Ihre Pflege zu finanzieren?


In der Pflegedebatte steht auch das Eigenheim zur Diskussion. Was würde das für Sie oder Ihre Eltern bedeuten? Erzählen Sie uns davon.

Pflegekosten: Müssen Sie Ihr Zuhause verkaufen, um Ihre Pflege zu finanzieren?
Unions-Fraktionsvize Albert Stegemann forderte kürzlich, Pflegebedürftige sollten ihr Eigenheim verkaufen müssen, bevor die Gemeinschaft für die Pflegekosten aufkomme . »Ein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit kann es nicht geben«, sagte er. Aus der SPD und von Sozialverbänden kam umgehend Kritik an der Idee. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) arbeitet derzeit an einer Pflegereform – und viele Betroffene fragen sich schon jetzt, was das für sie und ihre Familien bedeuten könnte. Bereits heute gilt: Wenn die Leistungen der Pflegeversicherung, das eigene Einkommen und das vorhandene Vermögen nicht reichen, um die Kosten zu decken, kann die Sozialleistung »Hilfe zur Pflege« beantragt werden – das gilt für die Pflege zu Hause, viel häufiger aber im Heim. Das Sozialamt prüft dann, ob Vermögen vorhanden ist, das zuerst verwendet werden muss. Heißt: Das Sozialamt kann auch schon heute verlangen, ein bisher selbst genutztes Haus oder eine Wohnung zu verkaufen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Lebt etwa der Ehepartner oder die Ehepartnerin weiterhin dort, kommt ein Verkauf nicht infrage. Die Sorge aber ist real: Was passiert, wenn Geld für die Pflege gebraucht wird und das Vermögen im Haus steckt? Was, wenn ein Verkauf nicht so schnell möglich ist? Und was bedeutet das für Familien, die das Eigenheim als eigene Altersvorsorge oder als Rücklage für die nächste Generation verstehen? Wir möchten mit Menschen sprechen, die von dieser Frage schon heute betroffen sind – oder Angst davor haben, es bald zu sein. Machen Sie sich Sorgen, dass Sie im Pflegefall Ihre selbst genutzte Immobilie verkaufen müssten? Haben Sie erlebt, dass bei Ihren Eltern oder Großeltern das Haus, die Eigentumswohnung oder weiteres Vermögen zur Finanzierung von Pflege herangezogen worden ist? Haben Sie mit Blick auf mögliche Pflegekosten schon Vermögen übertragen – etwa das Haus an die Kinder überschrieben, weil diese darin eines Tages leben wollen – oder denken Sie darüber nach? Prüfen Sie andere Wege, zum Beispiel Teilverkauf, Immobilienverrentung oder einen Umbau, damit Teile des Hauses im Notfall schnell vermietet werden können? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen, Sorgen und Entscheidungen. Wie blicken Sie auf die Diskussion? Was wäre für Sie gerecht – und was nicht mehr zumutbar? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen im Formular oder melden Sie sich per E-Mail an community-redaktion@zeit.de . Ausgewählte Beiträge möchten wir nach Rücksprache mit Ihnen veröffentlichen, auf Wunsch auch anonym. Unsere Leserschaft bereichert unseren Journalismus. Hier finden Sie alle Stimmen-Texte .