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15.03.2026
08:33 Uhr
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Die Bundesfamilienministerin möchte junge Menschen vor den negativen Folgen von sozialen Medien schützen. Sie plädiert für Altersgrenzen und bessere Medienkompetenz.

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) begrüßt die intensive Debatte über Altersgrenzen für Social-Media-Netzwerke. Der Rheinischen Post sagte Prien, Altersgrenzen, Medienkompetenz sowie die Teilhabe und der Zugang zu altersgerechten Inhalten müssen klug ineinandergreifen. "Die Erfahrungen in Australien beobachten wir genau", sagte Prien. Sie warte auf die Empfehlungen der von ihr eingesetzten Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt. Deren Expertise sei grundlegend für das weitere Vorgehen. Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen. Australien hatte im vergangenen Dezember als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. CSU sieht Altersgrenzen weiter skeptisch Aus der CSU hingegen kommen weiterhin Bedenken gegenüber einem Social-Media-Verbot bis zu einem gewissen Alter nach dem Vorbild Australiens. CSU-Generalsekretär Martin Huber sagte der Rheinischen Post , seine Partei sei skeptisch gegenüber einem unpraktikablen Social-Media-Verbot. Zwar sei man "offen für sinnvolle und praktisch umsetzbare Vorschläge", sagte Huber. Das Beispiel Australien zeige jedoch, dass Verbote sehr einfach umgangen werden können. "Es gibt schon jetzt Altersbeschränkungen für die Plattformen. Letztlich sind es aber die Eltern, die diese durchsetzen müssen", sagte er. Wichtiger in seinen Augen sei eine "Klarnamenpflicht im Internet, um die Hemmschwelle für Bedrohungen und Beleidigungen heraufzusetzen". Die CSU steht damit mittlerweile recht alleine da. Sowohl die SPD als auch die CDU haben sich für ein Mindestalter von 14 Jahren für soziale Medien wie TikTok und Instagram zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Am Wochenende hatten die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD) , und ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Hendrik Wüst (CDU) auf schnelle Entscheidungen gedrungen. Der Bundespräsident ist dafür, die Bevölkerung auch Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist grundsätzlich für solche Begrenzungen. "Wir müssen einfach sehen: Die Regellosigkeit führt zu Gefährdungen für das soziale Miteinander und auch – davon bin ich überzeugt – zu Gefährdungen der Demokratie", sagte er vergangene Woche im Interview mit der ZEIT. Die Mehrheit der Deutschen ist ebenfalls für eine Altersgrenze. Im ZDF- Politbarometer von Ende Februar sprachen sich 81 Prozent für ein Verbot bis 14 Jahren aus. Allerdings kommt es auf die Umsetzung an: Die Altersgrenze bei 16 Jahren zu ziehen, wie in Australien, lehnen die Meisten ab. Das zeigte kürzlich eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).