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28.09.2026
13:16 Uhr
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Das Treffen von Außenminister Wadephul mit Sergej Lawrow war nach Ansicht von Roderich Kiesewetter ein innenpolitisches Signal. In Verhandlungen sieht er keinen Sinn.

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat nach dem Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vor einem deutschen Alleingang gegenüber der russischen Regierung gewarnt. Nun komme es darauf an, »dass der Außenminister sehr klug mit den mittelosteuropäischen Staaten spricht und klarmacht, dass es hier nicht über ihre Köpfe hinweg geht, dass es kein Sonderabkommen gibt«, sagte Kiesewetter in einem Podcast von Politico. Wadephul und Lawrow waren am Samstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York zusammengetroffen . Kiesewetter hatte das Treffen im Anschluss kritisiert. Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow »wie immer lächerlich gemacht«. Jetzt fügte Kiesewetter hinzu, dass Wadephul das eigentliche Signal mit dem Treffen innenpolitisch gesetzt habe. Es diene dazu, »dass wir all diejenigen in CDU und SPD und AfD, die immer glauben, man müsse nur mit Putin verhandeln, entwaffnen.« Der 26. September, an dem das Treffen in New York stattgefunden habe, sei auch der Jahrestag der Zerstörung der Ostsee-Pipeline Nord Stream gewesen, sagte Kiesewetter. Es gehe hier nicht darum, wie bei Nord Stream »mit Russland einen Sonderweg zu finden, der die Länder dazwischen ausgegrenzt hat, Polen, die baltischen Staaten und die Ukraine«. Wadephul verteidigt Treffen Das Treffen von Wadephul und Lawrow war das erste dieser Art zwischen Russland und Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 gewesen. Wadephul verteidigte das Treffen und begründete es unter anderem damit , dass Russland kürzlich am Leipziger Flughafen bewaffnete Drohnen eingesetzt habe. Hier sei aber eine Grenze überschritten worden. Er habe klarmachen wollen, dass sich Deutschland widersetzen und wehren werde. Die deutsche Regierung macht Russland für den Vorfall verantwortlich , die russische Regierung weist das zurück . Außerdem hätten ihn Länder aus dem sogenannten Globalen Süden gebeten, mit Russland zu reden. Sie bekämen keine Getreidelieferungen mehr aus Russland und auch nicht aus der Ukraine. Deswegen drohten Hungersnöte. Es brauche für das Schwarze Meer einen Waffenstillstand, damit die Exporte wieder möglich werden, sagte Wadephul. Er bezeichnete die diplomatische Funkstille nach dem russischen Angriff auf die Ukraine als richtig. Nun sei aber der Zeitpunkt gekommen, wieder zu sprechen. Man dürfe die Verhandlungen mit Russland nicht nur den USA überlassen. Kurz nach seinem Treffen mit Wadephul warf Lawrow in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung Europa vor, alles zu tun, um die von der Regierung von US-Präsident Donald Trump »gewünschten Friedensgespräche zu torpedieren« . Er betonte Russlands Entschlossenheit, seine militärischen Ziele »egal unter welchen Umständen« durchzusetzen. Lawrow griff in seiner Rede auch Deutschland an: Eine Reform des UN-Sicherheitsrats könne nicht bedeuten, dass westliche Staaten mehr Sitze in dem Gremium erhielten, »vor allem nicht Deutschland und Japan, die sich inzwischen auf dem Weg des Militarismus befinden«, sagte er.