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05.06.2026
12:32 Uhr
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Der renommierten Václav-Havel-Bibliothek in Prag droht das Ende. Nach schweren internen Konflikten beendet auch Havels Witwe ihre Unterstützung für das Kulturzentrum.

Der renommierten Václav-Havel-Bibliothek in Prag droht die Schließung. Nach mehreren Sponsoren beendete nun auch Dagmar Havlová, Witwe des früheren tschechoslowakischen und tschechischen Präsidenten Václav Havel , ihre Zusammenarbeit mit der Institution. Berichten der Nachrichtenagentur CTK zufolge sagte die 73-Jährige, sie habe nicht mehr die Kraft, sich weiter für das Projekt einzusetzen. Sie habe dennoch bis zuletzt an dessen Zielsetzung geglaubt. Zuvor waren interne Konflikte in der Einrichtung eskaliert. Aus Protest gegen den als chaotisch beschriebenen Führungsstil des seit März 2025 amtierenden Direktors Tomáš Sedláček hatten im Mai alle Mitarbeitenden gekündigt. Sedláček ist Ökonom. Er wurde unter anderem durch sein Buch Die Ökonomie von Gut und Böse bekannt, das 2012 mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet wurde. Einen Rücktritt als Direktor lehnte der 49-Jährige bislang ab. Bibliothek nach dem Vorbild von US-Präsidentenbibliotheken Die verbliebenen Mitglieder des Aufsichts- und Verwaltungsrats haben angekündigt, weiterhin nach einer Lösung zum Erhalt der Bibliothek suchen zu wollen. Da Dagmar Havlová die Rechte am Namen ihres verstorbenen Mannes hält, dürfte das allerdings schwierig werden. Die Bibliothek war im Jahr 2004 noch zu Lebzeiten Havels nach dem Vorbild US-amerikanischer Präsidentenbibliotheken gegründet worden. Neben einem umfangreichen Archiv dient sie auch als Ort politischer und gesellschaftlicher Debatten. So finden beispielsweise regelmäßig Diskussionsveranstaltungen statt. Václav Havel war Dramatiker und Bürgerrechtler. Infolge der demokratischen Wende von 1989 wurde er zum ersten frei gewählten Präsidenten der damaligen Tschechoslowakei. Nach der friedlichen Teilung des Landes wurde er 1993 der erste Präsident der neu gegründeten Tschechischen Republik und blieb bis Februar 2003 im Amt. Bekannt wurde Havel auch durch Theaterstücke wie »Das Gartenfest« sowie zahlreiche Essays. Havel starb im Jahr 2011 .