Zeit 02.10.2026
03:19 Uhr

UNHCR: Fast sechs Millionen Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule


Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk hat fast jedes zweite geflüchtete Kind keinen Zugang zu Bildung. Mädchen sind besonders betroffen. Die UN warnt vor weiteren Kürzungen.

UNHCR: Fast sechs Millionen Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule
Rund 5,8 Millionen Flüchtlingskinder haben laut dem Hilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr keine Schule besucht. Damit waren 44 Prozent der insgesamt 13,2 Millionen Geflüchteten im Schulalter vom Besuch einer Bildungseinrichtung ausgeschlossen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk in Genf mit. Neue Einschnitte in die Budgets der Hilfsorganisationen drohten, weitere Millionen Mädchen und Jungen vom Unterricht auszuschließen, warnt das UNHCR in einem neuen Bericht. Eine der größten Herausforderungen für Jungen und Mädchen mit Flüchtlingshintergrund ist dem Hilfswerk zufolge der Übergang in die Sekundarstufe. Bei jenen, die weiterführende Schulen besuchen konnten, war der Erfolg groß: Erstmals bildeten sich 2025 mehr als 450.000 von ihnen auch anschließend weiter, in Universitäten oder beruflichen Bildungseinrichtungen, berichtet das UNHCR. Das waren elf Prozent aller Flüchtlingskinder, nach neun Prozent im Jahr 2024. Mädchen besonders von mangelnden Bildungschancen betroffen Während im vergangenen Jahr knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Flüchtlingskinder im Grundschulalter eine Schule besuchten, waren nicht einmal ein Drittel (32 Prozent) in der Sekundarstufe eingeschrieben. Zwar gingen Mädchen und Jungen in etwa zu gleichen Anteilen in die Grundschule. In der Sekundarstufe sinkt der Anteil der Mädchen jedoch dem Bericht zufolge. Armut, Sicherheitsrisiken, Frühehen und andere Belastungen drängten immer mehr Mädchen aus der Schule. Der UN-Hochkommissar für Geflüchtete, Barham Salih, sagte: »Bildung bedeutet Schutz. Sie ist aber auch ein Weg zu neuen Chancen und Selbstständigkeit.« Salih, ein Kurde aus dem Irak, war selbst Geflüchteter und rief Geberländer zu verstärkten Investitionen in die Bildung der Vertriebenen auf. Länder wie die USA, aber auch aus Europa, kürzen indes seit geraumer Zeit die Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Nach einer Zielvorgabe der Vereinten Nationen sollen Industriestaaten 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe ausgeben. Davon ist inzwischen auch Deutschland mit derzeit rund 0,4 Prozent weit entfernt .