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30.05.2026
07:49 Uhr
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Wenig Essen, Ungeziefer, Enge: Gegen die Zustände im US-Abschiebezentrum Delaney Hall in New Jersey regen sich Proteste. Der Fotograf Mark Peterson hat sie begleitet.

Kritik an den Zuständen im Abschiebzentrum Delaney Hall in Newark im US-Bundesstaat New Jersey gab es sehr schnell. Schon wenige Wochen nach der Eröffnung vor rund einem Jahr sprach der demokratische Bürgermeister von besorgniserregenden Berichten, über Essensentzug, schlechte Behandlung der gefangenen Migranten. Es regte sich Protest gegen gegen die Haftbedingungen, Insassen revoltierten. Vor dem Gebäude stießen Demonstrierende und Sicherheitskräften aufeinander. Der Widerstand gegen die gnadenlose Abschiebepolitik der US-Regierung und die brutalen Razzien der Einwanderungsbehörde ICE, vor allem in demokratisch regierten Städten, wurde zwar zwischenzeitlich etwas leise. Zuvor war er insbesondere vom Tod zweier US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten angetrieben worden. Vor einigen Monaten dann wurden die Einsätze deutlich heruntergefahren, umstrittenes Personal ausgetauscht. Jetzt kocht die Wut vor dem Zentrum der Einwanderungsbehörde ICE in Newark aber erneut hoch. Seit Tagen sammelt sich der Protest vor dem Gebäude, schlägt teilweise in Krawall um, dem vermummte Einheiten mit Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken begegnen. Anlass sind erneut Berichte über die Lage der Insassen, vor allem Vorwürfe, die dort festgehaltenen Menschen bekämen keine angemessene Nahrung und kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Von verdorbenem Essen ist die Rede, von lebenden Würmern in den Mahlzeiten, von Enge und Hitze ohne Klimaanlage. Einen Hungerstreik soll es geben, das streiten die Behörden ab. »Nur eine Handvoll Personen« habe die Nahrungsaufnahme verweigert und auf »ethnische Kost« bestanden, sagte US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin im Weißen Haus: »Sie können zurück in ihr Land gehen und essen, was sie wollen.« Das Abschiebegefängnis sei kein »Holiday Inn«-Hotel. US-Präsident Donald Trump tat das Thema bei einer Kabinettsitzung ähnlich lapidar ab. Er behauptete, die Protestierenden seien alle bezahlt, sie seien »fake«, ihre Schilder würden alle in derselben Druckerei hergestellt. Auch seien in Newark »einige schreckliche Killer« untergebracht, meinte er – ebenfalls ohne Grundlage. Kurz nach Trumps Amtsantritt hatte ICE den milliardenschweren Auftrag für das Abschiebezentrum an das Unternehmen Geo Group vergeben, das dafür eine Industrieanlage nahe dem Flughafen von Newark umwandelte. Platz ist angeblich für rund 1.000 Migrantinnen und Migrantinnen, derzeit sollen rund 300 Menschen dort untergebracht sein. Demokratische Politiker fordern nun die Schließung und reihten sich auch vor Ort in den Protest ein.