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29.05.2026
06:00 Uhr
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Für den Kauf von zwölf TKMS-U-Booten wurde während der Kanadareise des Verteidigungsministers eine Absichtserklärung unterzeichnet. Deutschland konkurriert mit Südkorea.

Verteidigungsminister Boris Pistorius ist nach Gesprächen in Kanada zuversichtlich über mögliche Aufträge für deutsche U-Boot-Hersteller. »Ich war hoffnungsvoll, als ich hierher kam, ich war es während meines Aufenthalts, und ich reise hoffnungsvoll ab«, sagte der SPD-Politiker in Montreal. Er sei »absolut überzeugt«, alles getan zu haben, um die kanadischen Partner von den Vorteilen des Kaufs von bis zu zwölf U-Booten des Herstellers Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zu überzeugen. »Zusammen können wir die größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte der Welt bauen«, sagte Pistorius. Während des dreitägigen Besuchs des Ministers in Kanada unterzeichneten TKMS und das kanadische Technologieunternehmen CAE eine Absichtserklärung über eine Kooperation bei Ausbildung und Simulation. Kanada will in den nächsten Wochen eine Entscheidung dazu treffen. »Die größte einheitliche Flotte innerhalb der Nato« Deutschland konkurriert bei dem milliardenschweren Auftrag mit Südkorea. Auf die Frage, ob der deutsche Auftritt im Vergleich zu einer mehrwöchigen Werbetour der Koreaner zu bescheiden sei, sagte Pistorius: »Wir sind Mitteleuropäer, wir agieren in solchen Zusammenhängen möglicherweise anders, als das Asiaten tun.« Dies sei völlig in Ordnung. Eine mögliche Aufteilung des Auftrags zwischen mehreren Ländern hätte laut Pistorius strategische Nachteile. Eine geteilte Flotte hätte nicht die gleiche Wirkung wie »die größte zusammenhängende einheitliche Flotte von 24 U-Booten innerhalb der Nato«. Es sei ein »immenser militärischer Vorteil«, dass Deutschland und Norwegen denselben U-Boot-Typ bestellt hätten. Kaufe Kanada die gleichen Boote, könnten die Besatzungen untereinander getauscht, das Training gemeinsam absolviert und die Wartung in gemeinsamen Stützpunkten »bis hin nach Singapur« vorgenommen werden. Pistorius, der auf seiner Reise von TKMS-Chef Oliver Burkhard begleitet wurde, sagte jedoch, die Entscheidung liege bei Kanada. »Es ist die souveräne Entscheidung der kanadischen Regierung, und wir warten darauf, und wir akzeptieren sie.« Zusammenarbeit im Energie- und Rohstoffsektor Pistorius sieht für eine engere Zusammenarbeit mit Kanada ein großes Potenzial, nicht nur verteidigungs- und sicherheitspolitisch. Das Land wolle wie Deutschland eine Vertiefung der Beziehungen hin zu einer strategischen Partnerschaft, sagte der Minister in Montreal. Es gebe auch bei Energie, Rohstoffen, Seltenen Erden und vielen Industriezweigen enormes Potenzial. Kanada bezieht bisher rund 80 Prozent seiner Militärgüter aus den USA. Wirtschaftlich und militärisch ist das Land eng mit dem Nachbarn USA verbunden. Das Verhältnis ist aber seit dem zweiten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump schwer belastet. Vergangene Woche wurde bekannt, dass sich das US-Verteidigungsministerium als Folge der Spannungen zwischen den beiden Ländern aus einem Teil der militärischen Zusammenarbeit zurückzieht . Pistorius hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres in Kanada, Island und Großbritannien für militärpolitische Zusammenarbeit und Rüstungsaufträge geworben.